Wohnungen für psychisch kranke Menschen
Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll weiht Apartmenthaus ein
Hamburg, 20. Mai 2011. Die Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll hat heute ein
Apartmenthaus in Hamburg Langenhorn eingeweiht. Hier werden künftig 30 Menschen mit einer psychischen Erkrankung in ihrer eigenen Wohnung leben.
An der Feier nahmen 150 Gäste teil. Das Grußwort hielt Sozialsenator Detlef Scheele.
„Als gemeindepsychiatrischer Träger wissen wir, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung nur schwer eine eigene Wohnung finden. Sie suchen in der Regel kleine Wohnungen, und die sind auf dem desolaten Hamburger Wohnungsmarkt rar oder schlicht nicht bezahlbar “, erklärte Stiftungsvorstand Martin Sielaff in seiner Einweihungsrede.
Für viele Menschen mit einer psychischen Erkrankung sei es aber wichtig, in der
eigenen Wohnung zu leben und nicht etwa im Heim. Denn sie gebe vielen von ihnen die Normalität zurück, die aufgrund der Erkrankung häufig ins Wanken geraten ist. Als Ort der Regeneration, mit Möglichkeiten der nachbarschaftlichen Begegnung und der Alltags- und Freizeitgestaltung, sei die eigene Wohnung eine wesentliche Voraussetzung für Stabilität und Gesundheit sowie für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Diese Tatsache ist der Stiftung als gemeindepsychiatrischem Träger schon lange bekannt. Deshalb hat sie vor etwa 5 Jahren beschlossen, selbst aktiv zu werden und Wohnungen zu bauen. Die Stiftung betrat damit Neuland, ist sie doch überwiegend in der Rehabilitation und Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen tätig und in der Vergangenheit nicht als Bauherr in Erscheinung getreten.
Das heute eingeweihte Apartmenthaus ist ein erstes positives Ergebnis dieser Bemühungen. Es liegt am Neubergerweg in Langenhorn, am Rande eines großen Neubaugebietes, wo in den nächsten Jahren ca. 800 Wohnungen und Gewerbeimmobilien entstehen werden.
In seiner Rede wies Sielaff aber auch darauf hin, dass das Apartmenthaus angesichts der sehr schwierigen Lage auf dem Wohnungsmarkt – die Hamburger Psychiatrieträger gehen von einem gegenwärtigen Bedarf von 400 Wohnungen für Menschen mit psychischer Erkrankung aus – nur ein kleiner Beitrag sein kann und nahm Wohnungswirtschaft und Wohnungspolitik in die Pflicht:
„Wenn gesellschaftliche oder politische Entwicklungen es den von uns betreuten Menschen erschweren, gesund zu werden oder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, müssen wir als gemeinnütziger Träger handeln – und sei es, dass wir Wohnungen bauen. Wir wollen und können damit aber nicht die Aufgaben der Wohnungswirtschaft ersetzen und wir können auch nicht zum Ausfallbürgen staatlicher Wohnungspolitik werden.“





