Erinnern für die Zukunft
Gedenkveranstaltung für Opfer der „Euthanasie“ im Nationalsozialismus
Am 04. Mai fand zum 2. Mal unsere Gedenkveranstaltung „Erinnern für die Zukunft“ statt, die wir gemeinsam mit der Asklepios Klinik Nord, der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und der Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche ausrichten. Mit dieser Veranstaltungsreihe erinnern wir jedes Jahr an die Opfer der „Euthanasie“ im Nationalsozialismus und reflektieren gleichzeitig unsere heutige Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung.
Alleine aus der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn, wie das Krankenhaus früher hieß, wurden während der Zeit des Nationalsozialismus 4097 Patienten in Tötungs- und Verwahranstalten deportiert.
Thematischer Schwerpunkt in diesem Jahr war die Frage, wie aus ganz normalen Menschen – Wehrmachtsangehörigen, Krankenpflegepersonal, Ärztinnen und Ärzten, Polizeibeamten – Mittäter und Täter des Massenmordes werden konnten. In einem erhellenden, gleichzeitig nachdenklich stimmenden Vortrag stellte der Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer, Direktor des Essener Center for Interdisciplinary Memory Research, seine Forschungsergebnisse zu dieser Frage vor und diskutierte sie im Anschluss gemeinsam mit den anwesenden Gästen.
Die gut besuchte Veranstaltung endete mit einer Kranzniederlegung und einer Schweigeminute an der Gedenktafel für die Opfer der „Euthanasie“ der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn/Ochsenzoll. Die Gedenktafel war am 08. Mai 2009 feierlich enthüllt worden.





