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Seele tut Not!
Hamburg im Juni 2005
Noch vor wenigen Jahrzehnten lebten Menschen mit seelischen Erkrankungen oft isoliert und stigmatisiert am Rande der Gesellschaft. Erst in jüngerer Zeit setzt sich immer stärker die Erkenntnis durch, dass sehr vielen dieser vom Schicksal besonders benachteiligten Menschen ein Weg zurück in Gesellschaft, Beruf und Familie ermöglicht werden kann. Die nach dem derzeitigen Stand der medizinischpsychiatrischen Wissenschaft zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, psychische Erkrankungen in ihren vielfältigen Formen medizinisch zu behandeln und den Betroffenen durch geeignete Maßnahmen der Rehabilitation zu helfen, sind hervorragend und erfolgreich. Erkrankungen der Psyche gehören ebenso wie körperliche Erkrankungen immer häufiger schon zum Alltag. Jeder kann mit unterschiedlich schwerer Ausprägung betroffen sein. Depression, Schizophrenie, aber auch Angst- und Suchterkrankungen sind nur einige Beispiele hierfür. Damit angstfrei, aufgeschlossen und respektvoll umzugehen, ist ein Anliegen, das uns alle angeht. Dafür setzt sich der Freundeskreis Ochsenzoll ein.
Seele aus dem Kurs?
Wir steuern dagegen! Engagierte Bürger haben sich in enger Verbundenheit zum Krankenhaus Ochsenzoll im Freundeskreis Ochsenzoll zusammengefunden, um in der Öffentlichkeit Verständnis für psychisch erkrankte Menschen zu wecken und zu tätiger Mitverantwortung aufzurufen. Der 1974 gegründete gemeinnützige Förderverein, entwickelte sich zum Träger und Betreiber von außerklinischen Einrichtungen zur Rehabilitation, Betreuung und Versorgung seelisch erkrankter Menschen. Das Dienstleistungsangebot wurde immer umfangreicher, beispielsweise das dezentral betreute Wohnen, die Rehabilitation psychisch Kranker (RPK, Hamburg), das Therapiezentrum für Psychose und Sucht (TPS, Hamburg), die ambulante Pflege und ambulante psychosoziale Eingliederungshilfe, ein Pflegeheim und ein Integrationsbetrieb für verschiedene Gewerke. Die rasch wachsende Bedeutung erforderte bald eine unternehmerische Neugestaltung. Die Einrichtungen wurden auf hierfür neu gegründete gemeinnützige Kapitalgesellschaften, mit dem Förderverein als alleinigem Gesellschafter, übertragen. Die Zielsetzung, in einer von Mittelkürzungen bedrohten Hilfe-Landschaft die existenzielle Zukunft und den gemeinnützigen Versorgungsauftrag der Betriebe abzusichern, führte zu der Entscheidung, die Gesellschaften zu Beginn 2005 in die neu gegründete Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll zu übernehmen. Der Verein widmet sich künftig wieder verstärkt seinem Kernauftrag seit seiner Gründung, der ideellen Förderarbeit. Er setzt sich aktiv für die sozialen Belange Kranker und Behinderter, insbesondere der psychisch erkrankten Menschen ein, und stellt sich die Aufgabe, deren Stigmatisierung entgegen zu wirken.
Steigen Sie mit ins Boot!
Der Erfolg verlangt von allen Beteiligten äußerst intensive Bemühungen, Energie und Einsatz, die sich jedoch gleich zweifach auszahlen. Dem betroffenen Menschen hilft es, seine Lebensbedingungen entscheidend zu verbessern und seine Wiedereingliederung in die soziale Gemeinschaft und in das Arbeitsleben zu erleichtern. Gleichzeitig ergeben sich auch deutliche Kostenentlastungen für die Gemeinschaft gegenüber permanenter klinischer Versorgung und anderen Dauerleistungen im sozialen Bereich. Damit allein ist es jedoch nicht genug. Ebenso wichtig ist die Veränderung in den Köpfen breiter Bevölkerungsschichten im Umgang mit seelischen Erkrankungen. Wer schon einmal erlebt hat, wie das nächste Umfeld reagiert und sich verhält, wenn es mit Problemen von psychischen Erkrankten konfrontiert wird, weiß, welche Abwehrhaltung, Ignoranz und Angst aus Unwissenheit dieser Situation entgegengebracht wird. Wer erkennt, dass Erkrankungen der Seele durch medizinische und rehabilitative Maßnahmen sehr oft ebenso erfolgreich behandelbar sind, wie andere Erkrankungen auch, bringt den Betroffenen mehr Verständnis entgegen.
Eine Lobby für die Seele!





