Bessere Versorgung für Menschen mit psychischer Erkrankung in Hamburg
Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll und Nussknacker e.V. starten im Hamburger Norden und Westen mit ambulantem Netzwerk
Hamburg, 30. Juni 2011. Die beiden Hamburger Psychiatrieträger Nussknacker e.V. und Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll erbringen ab dem 01. Juli 2011 Leistungen im Rahmen eines neuen, vernetzten ambulanten Versorgungsangebots für Menschen mit psychischer Erkrankung.
Dazu äußert sich Stiftungsvorstand Dr. Stephanie Wuensch: „Mit dem Netzwerk verbessern wir die Versorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung in Hamburg deutlich. Denn es bezieht alle Versorgungsbereiche koordiniert mit ein.“
Joachim Schwerdtfeger, Vorstand des Nussknacker e.V., ergänzt: „Mit dem neuen Angebot stärken wir das Prinzip ‚ambulant vor stationär’ in der psychiatrischen Versorgung, das von vielen Menschen – Betroffenen, Angehörigen, aber auch Profis – seit langem gefordert wird.“
Im Mittelpunkt der Versorgung stehen die Bedürfnisse der Patienten. Grundlage ist eine detaillierte Behandlungsplanung, die mit den behandelnden Ärzten eng abgestimmt wird, und bei der auf Wunsch des Patienten Familienangehörige anwesend sein können. Auf diesen individuellen Bedarf des Patienten stimmen verschiedene Anbieter sozialer und medizinischer Dienste ihre Leistungen untereinander ab. Die Leistungen werden ambulant erbracht und zielen darauf, dass die Patienten trotz ihrer Erkrankung im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können. Wenn sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert und eine Unterstützung in der Wohnung nicht mehr möglich ist, können sich die Patienten vorübergehend in eine Pension zurückziehen, wo sie die nötige Unterstützung durch Fachpersonal erhalten. Dadurch müssen sie ihr gewohntes Lebensumfeld nicht lange verlassen und dadurch können unnötige Klinikaufenthalte vermieden werden.
Initiiert hat das Angebot mit dem Namen NetzWerk psychische Gesundheit (NWpG) die Techniker Krankenkasse (TK) in Kooperation mit dem Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. Mit dem NWpG bietet die TK ihren Versicherten auf freiwilliger Basis, je nach Problemstellung und nach individuellen Voraussetzungen, die Teilnahme an diesem Versorgungsnetz an.
Zum NWpG gehören u.a. sozial- und gemeindepsychiatrische Anbieter, niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Klinikambulanzen. Sie kümmern sich – untereinander abgestimmt – um die Patienten.
Das NWpG startete bereits im Januar 2010 in Berlin. In der Zwischenzeit sind weitere Städte und Regionen im Bundesgebiet hinzugekommen. In Hamburg sind die Bezirke Altona und Hamburg-Nord sowie Teile von Eimsbüttel die Startregionen. Weitere Hamburger Bezirke werden im nächsten Jahr folgen, so dass das Netzwerk auf ganz Hamburg ausgedehnt sein wird.
Das NetzWerk psychische Gesundheit ersetzt nicht die bisherige medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser, sondern ergänzt diese.
Das Angebot steht in den genannten Bezirken zunächst Versicherten der TK und der KKH-Allianz zur Verfügung, die dem Vertrag kürzlich beigetreten ist. Weitere Krankenkassen planen derzeit ihren Beitritt.
Bereits gestern wurde die Koordinationsstelle Hamburg Nord in Barmbek eingeweiht. Dort wird für den Bezirk Hamburg-Nord und Teile des Bezirks Eimsbüttel die Behandlung im Netzwerk organisiert und dort stehen den Patienten im Bedarfsfall auch Rückzugsräume zur Verfügung.





