Wo ich ICH bin
Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll versteigert Kunstwerke für einen guten Zweck
Hamburg. Am 30.11.2010 hat die Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll in der Kulturfabrik Kampnagel Kunstwerke psychisch kranker Menschen und professioneller Künstler versteigert und dabei eine breite Öffentlichkeit für das Thema psychische Erkrankung interessiert. 6.000 Euro Spenden sind für einen guten Zweck zusammengekommen. Dieses Geld steht der Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll nun für ihre gemeinnützige Tätigkeit zur Verfügung.
Angeboten wurden auch Werke namhafter Künstler wie Dr.h.c. Shan Fan, Sigmar Polke über die Galerie Jürgen Becker, Frank Wartenberg, Rupprecht Matthies, Tjorg Douglas Beer und Rudi Kargus.
Zur Resonanz der Veranstaltung äußert sich Vorstandsmitglied Dr. Stephanie Wuensch: „Es bedeutet uns sehr viel, eine so große Öffentlichkeit für Menschen mit psychischen Krankheiten und deren Problemlagen interessiert zu haben. Dafür möchte ich allen danken, natürlich auch den Käuferinnen und Käufern der Bilder.“
Durch das Programm führte Dagmar Berghoff. Ihr gelang es, sensibel in das Thema einzuführen. Das Programm bot neben einem Dialog mit einer psychisch erkrankten Künstlerin eine kleine Projektchronik und einen fachärztlichen Vortrag zum Thema „Angst und Aufbruch aus therapeutischer Sicht“.
Versteigert wurden die Bilder von Dr. Katharina Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein – Direktorin des Hamburger Büros von Sotheby's – auf äußerst charmante Weise.
Die Auktion war Teil der Stiftungsinitiative 2010, mit der die Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll auf das gesellschaftliche Phänomen psychischer Erkrankungen aufmerksam, es öffentlich wahrnehmbar machen und vor allem Berührungsängste abbauen will.
Entschlossen, ihre psychische Erkrankung nicht zu verschweigen, hat sich die Künstlerin Dörte K.: „Mir hat es sehr geholfen, offensiv mit meiner Erkrankung umzugehen, indem ich anderen davon erzähle. Es war ein erster Schritt, meine Erkrankung anzuerkennen und mein Ziel, gesund zu werden zu verfolgen." Während ihrer Erkrankung sei die Kunst immer ein Begleiter gewesen: „In all meinen Höhen und Tiefen ist mir das künstlerische Schaffen nie verloren gegangen, in dem ich ICH bin“, sagte Frau K. im Dialog mit Frau Dr. Wuensch.
Frau K. verwendet in ihren Arbeiten auch die Technik der Collage, um Vorhandenes mit eigenen Ideen zu einem neuen Ganzen zu verbinden.
„Mit dem Versteigerungserlös wollen wir unsere Hilfeangebote für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder seelischen Behinderung weiter ausbauen. Dies ist der Zweck unserer Stiftung, und in dieses Ziel geben wir höchste Energie und Aufmerksamkeit", so Frau Dr. Wuensch.
Zwar existiert bereits ein sehr ausdifferenziertes professionelles Hilfeangebot für Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Gleichwohl gibt es noch viel zu tun, insbesondere am Wochenende und für Menschen, die auf aufsuchende Hilfe angewiesen sind. Dafür gibt es bereits konkrete Ideen.
„Konkrete Ideen gibt es auch dafür, so Projektentwicklerin Karin Helmer, Schritt für Schritt Ängste und Vorurteile abzubauen, die gesellschaftliche Mitverantwortung für psychisch kranke Menschen zu wecken und deren Lebensqualität trotz seelischer Krankheit zu steigern.“





