EU-Projekt "Ältere Drogenabhängige und Versorgungsstrukturen in Deutschland"
Vom 26.-27. Mai 2010 fand die Abschlusskonferenz des EU-Projektes "Ältere Drogenabhängige und Versorgungsstrukturen in Deutschland" in Frankfurt am Main statt.
Das EU-Projekt wurde federführend von der Fachhochschule Frankfurt/Main durchgeführt und lief von Januar bis Dezember 2009. Die Projektleitung hatte Frau Prof. Irmgard Vogt. Das Projekt befasste sich mit einem nationalen konzeptionellen Rahmen zur Betreuung und Pflege von älteren Frauen und Männern mit Substanzkonsumproblemen, Schwerpunkt Drogenabhängigkeit.
Auf der Abschlusskonferenz stellte Martin Sielaff, Vorstand und Geschäftsführer der Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll, die Wohn-Pflege-Gemeinschaften für pflegebedürftige psychisch erkrankte Menschen vor. Zuvor hatte das EU-Projekt diese von der Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll aufgebaute Wohn-und Betreuungsform als Beispiel guter Praxis in Deutschland ausgewiesen.
Obschon die Mieterinnen und Mieter dieser Wohn-Pflege-Gemeinschaften nicht drogenabhängig sind, gilt das Angebot dem Drogenhilfesystem aus zwei Gründen als Beispiel guter Praxis:
Erstens handelt es sich dabei um eine moderne Wohn- und Betreuungsform, die die Selbstbestimmung und Wahlfreiheit der Mieterinnen und Mieter fördert, auf ihre individuellen Bedürfnisse eingeht und sich dazu verschiedener Finanzierungsinstrumente aus dem Sozialversicherungs- und Sozialhilferecht bedient. Und zweitens ist das in den Wohn-Pflege-Gemeinschaften umgesetzte Wohn- und Betreuungskonzept auf die Doppelbelastung - Pflegebedürftigkeit und psychische Erkrankung - der Mieterinnen und Mieter ausgerichtet.
Denn innovative Lebensorte, neue Behandlungskonzepte und neue Finanzierungsmöglichkeiten, so das Fazit des EU-Projektes, sind die zentralen Themen, auf die sich das Drogenhilfesystem künftig einstellen und für die es Lösungen anbieten muss, wenn drogenabhängige Menschen zunehmend älter werden - und dabei hilft eben manchmal ein Blick über den Tellerrand.




